tzs-direkt #1: Dario Landau bei Jugend und Parlament

Nach  einer verlängerten Sommerpause ist euer Lieblingsblog zurück mit eine Interview! Dario Landau (18) hat Hagen beim Planspiel „Jugend und Parlament“ des Deutschen Bundestags vertreten. Wie es ihm dabei erging und was er neues gelernt hat erzählt er im TZS-Interview.

1. Hallo Dario, du hast Hagen bei Jugend und Parlament vertreten. Magst du unseren Leserinnen und Lesern erzählen, was das ist?

Gerne! Jugend und Parlament – kurz: JuP – ist ein Planspiel des Bundestags, bei dem sich Jugendliche aus ganz Deutschland im Parlament treffen und über bestimmte Themen diskutieren. Die Ergebnisse daraus gelangen dann später in die Ausschüsse und werden den Abgeordneten vorgelegt. Mit viel Glück werden die Ergebnisse dann weiter verfolgt.

2. Wie lange hat das Planspiel gedauert und wie bist du eigentlich dahingekommen?

Die Veranstaltung hat 4 Tage, von Samstag bis Dienstag, gedauert. Übernachtet haben wir alle in einem Hostel in Berlin. Davon erfahren habe ich in der Zeitung und dann habe ich mich schriftlich bei René Röspel (Bundestagsabgeordneter aus Hagen/Ennepetal) beworben. Dass es es JuP gibt, wusste ich schon vorher, da ich schon politisch aktiv bin.

3. Und wie funktioniert JuP genau?

Man erhält am Anfang einen fiktiven Charakter mit Interessensgebieten, der ebenfalls fiktiven aber an die Realität angepassten Fraktionen zugeordnet wird. Es gibt vier Gesetzesentwürfe, die im Schnellverfahren durch die Ebenen laufen, man arbeitet bei dem Gesetzesentwurf mit, der am besten zum Profil der eigenen Fraktion passt. Dabei gibt es natürlich die Plenar- und Fraktionssitzungen, aber auch Ausschussrunden und informelle Gespräche. Alles begleitet von einer eigenen Presse.

4. Du hast von fiktiven Fraktionen gesprochen und erwähnt, dass diese an die echten angelehnt sind. In welcher Partei warst du und wie hieß die Konkurrenz?

Ich war in der ÖSP, der Ökologisch Sozialen Partei, angelehnt an das Bündnis 90/Die Grünen. Außerdem gab es noch die CVP (CDU), die LRP (FDP), APD (SPD), PSG (Linke).

5. Welche Themen habt ihr diskutiert?

Es gab vier verschiedene Themenblöcke, dazu gehörte neben meinem Thema, Anonyme Bewerbungen, zum Beispiel auch noch Integration. Erstaunt war ich teilweise über die Diskussionskultur.

6. Ganz alleine wart ihr ja bestimmt nicht in den wichtigsten Gebäuden der deutschen Politik. Von wem wurde das ganze betreut?

Das war die Bundestagsabteilung für Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit.

7. Wie lang waren die Arbeitstage die ihr zu absolvieren hattet?

Morgens um 08:00 Uhr begann der Arbeitstag im Reichstag und endete gegen 22:00 Uhr. Manche Engagierte arbeiteten noch länger, etwa bis 01:00 Uhr. Die haben sich da richtig reingehängt.

8.  Hattest du ein besonderes Erlebnis?

Meine Rede zum Gesetzesentwurf. Ich war vorletzter Redner, es war relativ leicht Redner zu werden da meine Fraktion relativ klein war und nicht so viele eine Rede halten wollten.

9. Wie war die Arbeit in der Fraktion?

Sehr unterschiedlich. Einige waren sehr engagiert. Andere leider nicht so sehr.

10. Gab es auch etwas, dass dir nicht gefallen hat?

Leider gab es auch Leute die nicht so sehr aktiv waren.

11. Konntest du dich mit der Fraktion der Grünen identifizieren?

Was den Ablauf der Prozesse angeht, definitiv.

Inhaltlich nicht immer, beispielsweise gab es eine Debatte über die Kopplung von „Anonymen Bewerbungen“ mit einem Entwurf zur Umsetzung der „Frauenquote“. Ich hätte die Anträge lieber von einander getrennt und einzeln behandelt.

12. Habt ihr die Räume des Bundestages benutzen können?

Ja, haben wir, nur ohne echte MdBs.

13. Wann genau fand JuP statt?

Vom 1. – 4. Juni, übers Wochenende.Es waren nicht viele MdB`s da, erst gegen Ende von JuP und dann auch nicht in unserer Nähe.

14. Wie ging die Veranstaltung nach der Schluss Debatte zu Ende?

Mit einer Podiumsdiskussion mit Bettina Schausten, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, als Moderatorin, sowie den echten Fraktionschefs über eines der Themen des Wochenendes: Integration. Die Diskussion war sehr hitzig und teilweise mit Nazivergleichen bespickt. Was ich persönlich sehr bedauerlich fand.

Danach gab es alle möglichen Fragen an die echten Fraktionschefs. Das wurde Pressegespräch von der linken Fraktion boykottiert weil deren Doppelspitze nicht ganz dabei sein konnte. Grüne hatten sich auf eine Person geeinigt.

15. Würdest du wieder mitmachen?

Ich würde sehr gerne nochmal teilnehmen, man darf aber nur einmal.

16. Vielen Dank für das Gespräch!

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