Die veränderte Rolle der USA in der globalen Welt

Wenn man sich den aktuellen US-Präsidentschaftswahlkampf bezüglich der Außenpolitik anschaut, kann man fast den Eindruck gewinnen, dass die USA  eine global bedeutungslos gewordene ehemalige Großmacht sind. Doch ist dem wirklich so?

Durch das Ende des Kalten Krieges und des Falls des Eisernen Vorhanges, haben die Vereinigten Staaten  einen Hauptfeind verloren, den Kommunismus. Auch haben Länder wie die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien u. China) schon allein aus wirtschaftlichen Gründen an Stärke hinzu gewonnen. So versucht z.b China seinen dazugewonnen Einfluss auch in territorialen Konflikten wie bei den Streitigkeiten um die Diaoyu-Inselgruppe geltend zu machen.

Die alten Verbündeten der USA, also allen voran Europa haben deutlich an Einfluss verloren. Zurückzuführen ist das im Fall der Europäer u.a. auf die Euro-Krise. Auch ist für die USA die Lage in Nordafrika, wo der Arabische Frühling einige Diktatoren (welche oft auch Verbündete der USA waren) aus dem Amt gejagt hat, nicht die beste. So geschehen in Tunesien, Ägypten, Libyen und dem Jemen. Ob sich in den genannten Ländern demokratisch Orientierte Kräfte durchsetzen können, welche evtl. Partnerschaftliche Beziehungen mit den USA eingehen bleibt vorerst fraglich.  Auch haben die beiden teuren Kriege im Irak und in Afghanistan welche auch innenpolitisch nicht immer auf Zustimmung gestoßen sind, die USA geschwächt. So wird z.b. das US-Militär in den nächsten Jahren deutliche finanzielle Abstriche machen müssen. Präsident Obama reagiert damit nicht nur auf die veränderte globale Lage der USA, sondern auch finanzpolitisch auf die sprunghaft angestiegene Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten.

Welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich aus der oben geschilderten Lage nun für die Amerikaner? Die USA werden auch weiterhin ein Global Player sein, nur eben unter veränderten Bedingungen. Neue oder auch nicht mehr ganz so neue Big Player wie China, Russland, Indien oder Brasilien werden ihren berechtigten Platz in dieser neuen Weltordnung einfordern. Das wiederum gibt den USA die Möglichkeit so manche Beziehung zu einem alten Verbündeten zu überdenken oder sich wie im Fall des Arabische Frühlings geschehen sich direkt von einem Verbündeten zu verabschieden. Man kann nur hoffen dass die USA in Zukunft wieder verstärkt demokratische Kräfte stärken werden, anstatt aus Angst vor einem eigenen Bedetungsverlust Diktatoren und andere Demokratiefeinde zu unterstützen! Auch werden sich die Vereinigten Staaten im Nahost-Konflikt neu positionieren müssen, da der Israelische Premierminister Benjamin Netanjahu und sein Kabinett offensichtlich nicht an einer für beide Seiten erträglichen Lösung gelegen ist. Hier muss mehr Druck aus dem Weißen Haus für einen dauerhaften Frieden in Israel/Palästina kommen!

Fazit: Die USA müssen sich in einer global drastischen Veränderten Welt den neuen Bedingungen anpassen. Ein Zurück zur alleinigen Weltmacht wie es Mitt Romney der Präsidentschaftskandidat der Republikaner fordert, wird es für die Vereinigten Staaten nicht geben!

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Ein Gedanke zu „Die veränderte Rolle der USA in der globalen Welt

  1. Das Ende der amerikanischen Vorherrschaft ist schon so unglaublich oft vorhergesagt worden (Vietnam, Ölkrise, Watergate, SU überholen mit ihrem Nukleararsenal, Japan, …), dass man diese Unkenrufe doch mit ziemlicher Vorsicht zu genießen hat.

    Fakt ist – global sind die USA nach wie vor stärkste Wirtschaftsmacht, haben ein unangefochten starkes Militär, eine zukunftsfähige Demographie (im Gegensatz insbesondere zu China), das stabilste politische System, die besten Universitäten in Forschung und Lehre, und und und etc. pp. Kein anderes Land genießt den gleichen internationalen Respekt und übernimmt international eine ähnliche Verantwortung und hat ein so solides Bündnissystem.

    Und wenn Europa nicht endlich lernt als Einheit aufzutreten und zu handeln international, dann ist die Sicherung dieser Vormachtstellung der USA nur im besten Interesse eines jeden Europäers und Demokraten.

    Schöner Artikel dazu:
    http://israelcfr.com/documents/5-3/5-3-4-RobertJLieber.pdf

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